Messung Ausgleichsströme

stromzange

Leider wird dieses wichtige Thema beim Aufbau von Kommunikations-Infrastrukturen immer wieder stiefmütterlich bis gar nicht beachtet. Das BSI weist im IT-Grundschutz unter G 4.21 explizit auf diese Thematik hin.

Zunächst gilt grundsätzlich die Einhaltung aller vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen der aktuell gültigen DIN-, VDE- u. ISO-Normen die für eine normgerechte Erdung und einen korrekten Potentialausgleich sorgen.

 

TN-S-System und Zentraler Erdungspunkt

Seit Oktober 2010 enthält die Norm DIN VDE 0100-444 „Errichten von Niederspannungsanlagen, Teil 4-444: Schutzmaßnahmen -Schutz bei Störspannungen und elektromagnetischen Störgrößen“ im Teil 444.4.3.1 zu TN-C-Systemen folgende Feststellung:

„TN-C-Systeme dürfen in neu errichteten Gebäuden, die eine wesentliche Anzahl von informationstechnischen Betriebsmitteln enthalten oder wahrscheinlich enthalten werden, nicht verwendet werden. Es wird empfohlen, in bestehenden Gebäuden TN-C-Systeme nicht beizubehalten, wenn diese Gebäude eine wesentliche Anzahl von informationstechnischen Betriebsmitteln enthalten oder wahrscheinlich enthalten werden.“

Und zu TN-S-Systemen heißt es dort im Teil 444.4.3.2:

„Anlagen in neu errichteten Gebäuden müssen von der Einspeisung an als TN-S-System errichtet werden. In bestehenden Gebäuden, die bedeutende informationstechnische Betriebsmittel enthalten oder wahrscheinlich enthalten werden und die aus einem öffentlichen Niederspannungsnetz versorgt werden, sollte ab dem Anfang der Installationsanlage ein TN-S-System errichtet werden.“

Damit trägt die VDE der Tatsache Rechnung, dass für den ordnungsgemäßen Betrieb von IT -Systemen als Mindestvoraussetzung das Stromversorgungsnetz als TN-S-System aufgebaut sein muss.

In der Praxis, z.B. bei DGUV – Prüfungen, stoßen wir jedoch immer wieder auf gewachsene Installationen die aus einer Mischform von TN-C und nachträglich errichteten TN-S-Netzen bestehen. Hier besteht die Problematik, dass, wenn IT-Geräte in unterschiedlichen Bereichen installiert und über Datenleitungen mit beidseitig aufgelegter Schirmung verbunden sind, auch im TN-S-Bereich Ausgleichsströme fließen!

Als Facherrichter führen wir umfangreiche Prüfungen, auch in Bestandsinstallationen durch.

Solche Messungen mit einer Strommesszange liefern aber immer nur Momentaufnahmen, die zwar wertvoll sein können, aber eine abschließende Aussage über die EMV-Tauglichkeit der Stromversorgung nicht zulassen. Hierfür sind weitere Maßnahmen erforderlich.

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Eine permanente Netzüberwachung und –analyse hilft hier, belastbare Aussagen darüber zu machen welche Ursachen einzelnen Störungen zugrunde liegen.

 

Gerne unterstützen wir Sie bei der Errichtung zukunftsorientierter Kommunikations-Infrastruktur-Lösungen und freuen uns auf Ihre Anfragen.